Weißes Blatt

Neue Texte von Patricia Radda

„Die Wände“ von Patricia Radda


Die Wände kommen näher
sie sind kahl
ich habe keine Wahl
ich muss jetzt weinen
ich muss jetzt schreien
denn es gibt keinen (der kommen könnte)
also muss es sein

Ich nehme einen Stift und lege los
Ich schreibe auf die Wand:
„Nimm meine Hand!“
Damit wir endlich sehen
Es ist Zeit zu gehen

Die Wände wirken sauber
sie sind noch immer ziemlich kahl
ich habe keine Wahl
ich muss alleine sein
ich will nicht verstehen
denn ich sage „ja“ und meine „nein“
ich will durchdrehen

Ich nehme einen Stift und lege los
Ich schreibe auf die Wände
„Hey, ich brauch dich doch noch!
Ich kann es nicht fassen
Ich will dich nicht gehen lassen!“

Die Wände werden kleiner
sind jetzt nicht mehr nur kahl
jetzt habe ich die Wahl

ich muss weitergehen
ich muss weitersuchen
denn ich will sehen
und nicht nur fluchen

ich nehme einen Stift und lege los
ich schreibe auf die Wand:
Vergiss die Hand!
Ich will dich nicht mehr sehen
Und du sollst jetzt fort gehen

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 30. Oktober 2006 von in Gedichte und getaggt mit , .
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