Weißes Blatt

Neue Texte von Patricia Radda

„Stolz und Vorurteil“ von Jane Austen


Als ich Stolz und Vorurteil das erste Mal aufschlug, konnte ich mir das Lachen einfach nicht verkneifen.

Ich hatte zwar schon zuvor den Film gesehen – mit Keira Knightley und einer herrlich grimmigen Judi Dench -, aber diese Dialoge hatte ich einfach nicht erwartet. Ich denke, sie wurden für den Film doch sehr abgeschwächt. Das ewige Hin- und Hergeplänkel, wie unmöglich dies aussieht, wie wundervoll jenes; wie man sich wann zu verhalten hat, und, um Gottes Willen, ihr Rock ist bis zum Knöchel mit Schlamm beschmutzt!, das ist doch sehr schwer auszuhalten. Zuerst war ich verwundert, dass so viele Briefe ausgeschrieben wurden, doch anscheinend hat Jane Austen ja zuerst nur Briefromane geschrieben. Entspannend fand ich, dass sie immer wieder „…“ einsetzt: „ Sie schickten ihnen den Wagen bis … entgegen.“ Oder „Sie waren in der…straße.“ Warum auch nicht? Solche Dinge immer überlegen zu müssen ist einfach nervig. Wie oft habe ich selbst zuerst gar nichts, außer den blanken Text natürlich. Keine Namen, keine Städte, keine Sprache. Nett. Das Verhältnis von Elisabeth und Mr Darcy kommt natürlich im Buch besser rüber als im Film. Aber trotzdem ist es einfach schwer, dabei nicht an ein Theater mit bunten Kostümen denken zu müssen. Dass man das Buch trotzdem immer wieder aufschlägt, um bestimmte Szenen wieder zu lesen, liegt vermutlich daran, dass diese scheinbar so unsinnige Geschichte eben doch Hintergründe hat; durchdacht ist, sozusagen. Man merkt es nur erst nach 200 Seiten, was ziemlich erschöpfend ist.

Inhalt:

Elisabeth Bennet lebt mit ihren vier Schwestern und ihren Eltern zusammen. Die Mutter hat nur ein Ziel: So viele ihrer Töchter wie möglich, so schnell wie möglich, so gut wie möglich zu verheiraten. Ihrer älteren Schwester Jane scheint das bald zu gelingen, aber ihr Auserwählter, Mr Bingley, lässt sich das Ganze wieder von seinen Schwestern und seinem besten Freund, Mr Darcy, ausreden und macht Jane und sich selbst unglücklich. Elisabeths kleine Schwester, Lydia, brennt derweil mit Mr Wickham, einem verschuldeten Gegner von Mr Darcy, durch. Weil er sich in Elisabeth verliebt hat, versucht Mr Darcy Wickhams Probleme aus der Welt zu schaffen. Hey, so zusammengefasst klingt es beinahe spannend…natürlich mit Happy End.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 16. Januar 2010 von in berühmte Bücher und getaggt mit , , , .
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