Weißes Blatt

Neue Texte von Patricia Radda

VO T&M: 30.04.2010


VO Texte und Medien 30.04.10

Verfilmung Traumnovelle Filmvorführung nächste Woche

Buchdruck

  • Kommunikationsmodell der m.a. Handschriftenkultur
  • Hierarchisches Modell,
    • Textverbreitung: Angehöriger der Hierarchie sein, oben text = Verbreitung gesichert
    • Klöster schreiben gegenseitig ab
    • An diese Texte kam man nicht, außer im Netz sein
  • Ändert sich mit Buchdruck
  • Frühe Neuzeit „Marktwirtschaft“
    • Buchmarkt, bestimmt von Druckereien, alle die Geld und Zeit haben, können Text produzieren und verbreiten
    • Muss kein Angehöriger des Netzes sein, kann bei Druckerei einfach kaufen
    • Auflage stieg auf etwa 300 Stück
    • Möglichst wertvoll hergestellt, kleine bewachte Bibliotheken
    • Texte an vielen Orten verfügbar, nicht an Ort gebunden
    • Vervielfältigung der Texte war „religiöse Meditation“, jetzt nicht mehr
      • Drucker wollten Geld verdienen
    • Keine Vorzensur mehr möglich
      • Freiheit beschränkt durch Bildung
  • Humanistische Autoren begannen ihr Werk als eigenes Werk zu betrachten
    • Schaffenden von Texten
    • Geistiges Eigentum, gab es bisher nicht
    • Albrecht Dürer auch Werke geschrieben, wie man Perspektiven malt
    • Privilegium des Kaisers Karl V.
      • Dürers Witwe darf Dürers Werk weiterdrucken Privileg
      • Erstes Urheberrecht
      • Dürers „Erfindung“ , laut Urkunde
    • Privilegien waren Versuche, nicht beachtet, Raubdruck weit verbreitet
    • Bsp. Goethe Werther, Berliner Drucker verändert Dialekt, eher Standarddeutsch
      • Goethe verwendete den Raubdruck für Modernisierung
  • Reformation
    • Martin Luther: Bibel in Volkssprache jedem zugänglich zu machen
      • Buchdruck: Geschenk, ohne nicht möglich
    • Römische Kirche dagegen
      • Kirche Angst, dass Leute selbst wählen, selbst interpretieren
    • Religiöse Flugschriften zu Massenmedien
      • Soziale Aufmerksamkeit: die Leute wollten wissen
      • Große Nachfrage, konnte befriedigt werden
      • 4000 Stück, 5 Tage vergriffen
      • Luthers neues Testament über 100.000 Stück
    • Öffentlichkeit auf Basis der Schrift
  • Folgen des Buchdrucks für literarische Kommunikation
    • Billiger, erreichbar
    • Leserschichten für fiktionale Literatur
    • Belesene Handwerker, noch immer Elite
      • Hans Sachs, auch Dichter
      • Gerichtet an den gemeinen Mann, weltliche Themen
    • Keine Aufführungen sondern Lesen einsames Lesen
      • Titelblatt zeigt Theaterabbildung
    • Fiktionale Texte früh
      • Tepl: Ackermann
      • Auch Parzival von Eschenbach neu gedruckt
    • Kolorierte Holzstiche im Text
      • Erzähler immer mittendrin
  • Prosa statt Verse
    • Prosa Ausnahme bis ins 16.Jh.
    • Verse als memotechnische überflüssig
  • Volksbuch/ Prosaroman
    • Neue Genres für neues Publikum
    • Auch Romane ohne Vorlage
      • Fortunatus 1509
      • Jörg Wickram (Autor)
    • Heldenepik wird nicht aufgelöst, bleibt in Versen
    • Doktor Faustus 1587
  • Mehrere Bücher einmal lesen, statt ein Buch mehrmals
    • Früher umgekehrt
    • Stilles Lesen verbreitet sich
      • Früher laut auch allein
      • Beschleunigung des Lesens

 
 

  • Die Entstehung der modernen Lesekultur im 18. Jahrhundert
  • Stimmen von Zeitzeugen über Lesen
    • Romanlesen wird verglichen mit franz. Revolution
    • Lesesucht
  • Leserevolution
    • Veränderungen der Lesekultur
    • Gesellschaftliche Veränderung, nicht neues Medium
    • Verbreitung der Lesefähigkeit
    • Lesepublikum dehnt sich aus, auch sozial
    • Anderer Lesestoff
    • Quantität und Qualität verändert sich
  • Emanzipation des Bürgertums
    • Aufklärung, Vernunft
      • Sich ohne fremde Hilfe in der Welt zurechtfinden
    • Ständische Ordnung löst sich mehr auf
    • Bürger wollten auch politisch mit
    • Weltlicher orientiert, nicht religiös
    • Strenge Hierarchien lösen sich auf
      • Nicht mehr gesellschaftlich genau definiert
      • Gruppenidentität löst sich auf
      • Individuum „entsteht“, man denkt über sich nach
      • Säkularisierung
    • Schule wird modernisiert
      • Schulpflicht in vielen Ländern
      • Lesen lernen- Texte auswendig lernen und wiedererkennen können
      • Oralisieren des Alphabets, Laute
      • Heinrich Stephani: Lesen lernen, an die Mütter gerichtet
    • Gebiet abhängig: Protestanten schneller lesen als katholiken, städte schneller als ländlich
  • Verbreitung der Lesefähigkeit
    • Statistik Folie
    • Literarische Kompetenz, Fiktion und Ironie muss verstanden werden
    • Regelmäßig lesen heute 40% einmal in der Woche ein Buch, damals vl. 1,5%
  • Zuwendung zur Belletristik
    • „schöne Literatur“
    • Weg von Religiös
    • Messkataloge, alle Neuerscheinungen aufgelistet
    • Großer Anteil Sach und Fachliteratur, Juristische, Kalender
  • Anstieg der Romanproduktion
    • Deutschland
    • Statistik
    • Auch Räuberromane Bestseller
    • Zeitungen und Zeitschriften auch anstieg
      • Nachrichten wichtig, ökonomisch noch nicht ertragreich
    • Moralische Wochenschriften
    • Auflagen steigen
      • Goethes Schriften 4000 Stück Auflage, einzel 1000-1500 stück
      • Kalendergeschichten 50.000 stück
  • Neue Lesestoffe
    • Interessen der Leser verändert sich
    • Romanleserinnen mehr
    • Zeitgenössische Literatur interessiert erstmals statt tradition
    • Literarische Moden entstehen
    •  

 
 

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Information

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 7. Juni 2010 von in VO Texte und Medien.
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