Weißes Blatt

Neue Texte von Patricia Radda

Die Suche nach der Karte oder Flogging Molly (Arena Open Air) live in Wien


Seit März wusste ich, dass Flogging Molly nach Wien kommen würden. Genau an meinem Geburtstag! Verkrampft und danach verzweifelt suchte ich nach jemandem, der mich begleiten könnte. Mein Bruder, mein teuflischer Bodyguard, musste leider arbeiten. Ich beschloss meine Schwester Sabrina also zu zwingen. Sie kannte nur einen Song, den mochte sie zwar, aber es ist kein guter Grund, um Geld für ein Konzert auszugeben.

 
 

Ich gab ihr also die drei Alben, die ich hatte, und hörte drei Monate nichts mehr von ihr. Leider war ich aber auch voll beschäftigt und dank meinem supertollen Minigenie von Computer technisch nicht in der Lage Karten zu kaufen. Nach der Prüfungszeit kam ich drauf, dass das Konzert ausverkauft war. Ich war wütend, aber nicht endlos verzweifelt. Schließlich hört man bei Open Air auch was, wenn man hinter der Mauer steht.

 
 

Der Witz an der Geschichte ist, dass meine jüngste Schwester auch an die Musik kam, und einen Tag vorher beschloss, mit zu mir zu kommen. Ich hatte – kleines optimistisches Kind, dass ich war- gehofft von irgendwem Karten kaufen zu können. Eine, ja, zwei mit viel Glück- aber wer zum Teufel steht schon herum und wartet auf drei Leute, die Karten kaufen wollen.

 
 

Eine gruslige Frau, die bei meinen Schwestern Unbehagen auslöste, verkaufte uns tatsächlich alle drei Karten. Ihre Freundin kommt nicht, und sie will eine Karte verkaufen. Eine Karte zu kaufen kam mir aber total unfair vor, besonders weil ich meine Schwestern, Landeier die sie sind, nicht alleine nach Hause fahren oder draußen stehen lassen wollte (und als Geburtstagskind Anspruch auf eine Karte gehabt hätte, ist ja klar, oder??). Dann überlegte es sie sich- ein bisschen zu schnell- anders und verkauft uns drei zerfeldderte Karten, auf denen alles draufstand, was ich gerne lesen würde.

 
 

Eine reguläre Karte kostete nicht mal 30€, wir haben 150€ für die drei bezahlt, einen anständigen Preis. Meine Schwester starrte mich mit ihrem das-tust-du-jetzt-aber-nicht-wirklich-Blick an, aber ich konnte nicht mehr anders: Ich war hier- und ich wollte sehen und fühlen und nicht nur hören. Und hey – wir wurden rein gelassen, was will man mehr?!

 
 

Put your dancing shoes on

 
 

Es war der zweitheißeste Tag der Geschichte, und die meisten hatten nichts an oder Sandalen, aber auch darin kann man tanzen- sagen meine Schwestern.

 
 

Und jetzt kann ich es euch ja sagen:

Flogging Molly sind auf der Bühne einfach tausendmal besser als im CD-Player.

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Information

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 11. August 2010 von in Theater, Konzert.
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