Weißes Blatt

Neue Texte von Patricia Radda

7.Dezember-Text


Kurzer Anfall von meiner Hirn aus-Stift an-Methode.
Vielleicht sollte ich doch mal zum Psychiater gehen…

Und ich sehe sie lange an. All diese Leute in ihren sauteuren Anzügen und Kostümen.
Sie haben Nichts verstanden. Sie wissen Nichts.
Ich sehe ihnen so lange in die Augen, bis sie nicht mehr wegsehen können.
Ich schaue ganz genau in ihre Köpfe und sie denken an:
Essen. Schlafen. Fernsehsendung. Alkohol. Schmuckstück. Falsche Nase. Handtasche. Handy.
Kein einziger denkt darüber nach, was gerade gesagt wurde. Nicht einer.
Ich starre weiter in ihre leeren Gehirne und brenne ihnen langsam einige Fragen ein.

Ich frage:
Wofür habt ihr gearbeitet?
Wofür habt ihr alle anderen schlecht gemacht?
Wofür habt ihr konkurriert?
Wofür habt ihr uns das Geld weggenommen?
Wofür habt ihr das ganze Geld angesammelt?

Plötzlich werde ich wirklich wütend. Warum denn das alles?

Damit ihr dann auf einem schönen Boden liegen könnt, ertrunken an eurer Habgier?
Wer wird um euch weinen?
Geliebt worden seid ihr nicht. Nur von euch selbst.
Wahrscheinlich ist der Hass auf euch so groß, dass ihr trotzdem nicht vergessen werdet. Was gibt euch das?

Und dann stelle ich mir vor, wie ich sie alle absteche. Ihre Leichen säumen die Fußböden der Gebäude, die sie so geliebt haben.
Großzügig eingerichtete Gebäude. Teure Böden, die ihr Blut auffangen. Dort bleiben sie liegen und bluten aus bis auf den letzten Tropfen.
Alle Menschen, die von diesen unsinnigen Versagern zugrunde gerichtet wurden, gehen an ihnen vorbei. Ein nie endender Strom.
Ein paar werden bespuckt. Ein paar der Leichen werden auch gestoßen.
Danach sind die Leute, die gespuckt und getreten haben, befreit. Sie sind frei von Schulden und frei von rachsüchtigen Gedanken.

Ich lächle voller Genugtuung und lasse mich hier nicht mehr blicken.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 8. Dezember 2010 von in Gedichte, Kurzgeschichten und getaggt mit , , .
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