Weißes Blatt

Neue Texte von Patricia Radda

16.Dezember-Gedicht


Erinnert ihr euch noch daran?

Der Kalender begeht Selbstmord

Sie malt verschlungene Linien auf ein Blatt Papier
Dann nickt sie, denkt nach und wendet sich zu mir.
Sie drückt auf den Knopf, beendet das Telefon
Notiert den Termin in mir, da klingelt es auch schon

Sie stottert entschuldigend, ist es wirklich schon so spät?
sie schnappt sich ihre Tasche und sie geht.
Sie setzen sich im Restaurant, das Handy läutet wieder
sie redet, klopft mit dem Stift wartend auf und nieder.

Dann stellt sie fest, dass sie keinen Platz mehr zum Schreiben hat.
Sie seufzt und stöhnt und jetzt hat sie es satt:
Sie kritzelt auf der Serviette weiter,
lacht und plappert heiter,
versucht zu verschieben
oder einiges herauszusieben.

Wie oft habe ich gebetet, dass ich größer wäre?
Dann gäbe es Platz – vielleicht sogar Leere.
Sie überlegt hin und her,
ärgert sich sehr.
Sie ist verzweifelt und legt auf
Schuldgefühl steigt in mir herauf.

Wozu sind wir Kalender gut
wenn man sich mit uns noch schwerer tut?
Nein, dass ist zu viel für mich!
Welt – jetzt verlasse ich dich!
Und mit einem mächtigen Satz
finde ich im Feuer Platz
Seite für Seite
sucht das Weite
erlöscht, verbrennt
auf das euch niemand mehr erkennt!
Copyright Patricia Radda 2007

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 16. Dezember 2010 von in Gedichte und getaggt mit , , , , .
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