Weißes Blatt

Neue Texte von Patricia Radda

Das Cover.


Schock. Mein Buch wird gedruckt. Schock. Das Buch braucht ein Cover.

Wie kommt ein Buch zu einem Cover?

Das Cover.

Eva, meine Grafikerin (klingt das nicht lustig?), hat mir einige Vorschläge zum Cover geschickt. Ich hatte keinerlei Ideen zum Cover, und deshalb habe ich ihr auch keine Vorschläge oder Hilfestellungen geben können.

Ein E-Mail kam, Betreff: Cover. Aufregung. Sechs verschiedene Ideen. Und dann: 1. Okay, 2. Okay, 3. Aha, 4. Okay, 5. Okay, 6. Aha.

Gott sei Dank muss ich mich nicht auf meinen Geschmack verlassen.

Ich habe ja schließlich zwei Eltern und vier Geschwister. Ich muss niemals irgendetwas alleine entscheiden oder vorschlagen. Meine Mutter und meine Schwestern tun manchmal sogar so, als würde sie es tatsächlich interessieren!

Ich probiere mich an einem neuen Genre! Es wird mein erstes Hörspiel! Bitte schön:

Sie lockten meinen kleinen Bruder vom Computer weg („Nur ganz kurz, Tobi, hol dir Kekse!“) und eine volle Minute war es still am Telefon. Ganz still!

Und dann ging es los:

Vic: Hm.

Sabs: Das erste

Mama: Nein

Vic und Sabs: Wieso nicht?

Mama: Düster

Papa: Das erste find ich auch gut

Vic: zu wenig

Papa: was?

Ich: Es ist ihr zu langweilig, Papa!

Papa: Was hast gsagt?

Vic: Stell auf Lautsprecher

Mama: Wie?

Sabs: Das mit der roten Brücke find ich gut, aber es müsste mehr Nebel sein, so von der Seite!

Vic: Beim ersten Bild müsste noch ein Frauengesicht im Nebel sein, das so verschwindet, weißt?

Mama: Das grüne würd ich nicht kaufen

Ich: Aber das sticht sicher heraus

Mama: Aber die Schrift erinnert mich an ein Schulbuch!

Ich: Und das zweite grüne?

Mama: Hm

Papa: Ja

Tobi: Ich will wieder zum Computer!

Alle: Ja, gleich!

Sabs: Tobi, welches Bild findest du am besten?

Tobi: is mir egal!

Ich: war ja klar.

Tobi: Wo ist die Pai?

Ich: Ich bin am Telefon, Tobi! Ha-aiii!

Tobi (lacht): Wie geht’s?

Ich: Gut. Welches Bild gefällt dir, Tobi?

Tobi: Das erste und das letzte.

Papa: Das letzte ist echt super

Ich: Ja, aber es ist ein altes Buch

Vic: Ja, da bekommt man einen völlig falschen Eindruck

Tobi: Ich will endlich zum Computer!

Ich: Also das erste?

Alle: Ja

Sabs: Oder das dritte mit mehr Nebel.

Ich: Ja, das dritte mit mehr Nebel fänd ich auch gut

Mama: Aber das ist so gruslig!

Vic: Das soll ja auch … , nein, es ist geheimnisvoll

Tobi: Wann darf ich endlich zum Computer?

Papa: Jetzt hör endlich auf! Gar nicht mehr!

Mama: Maa, ist das eine schwere Entscheidung.

Ich: Ja, ich muss mich eh nicht entscheiden. Ich wollt nur einmal wissen, wies euch gefällt.

Tobi (ganz leise und sanft): Mamaaaa …

Ich: Ja, wie auch immer. Tschü-üss

Alle: Ciao, Pai!

Tobi: Ha! Jetzt aber!

Papa: Tobi!

Telefon: Tuut.tuut.

Ja. So ist das.

Aber auch vom Verlag kam kein: „Ja, DAS nehmen wir!“

Also, nächster Versuch.

Beim zweiten Versuch wiederholte sich das Gespräch vom ersten Mal in etwa. einige lustige Stellen waren natürlich wieder dabei.

Vic: Das zweite!

Mama: Nein

Vic: Wieso nicht?

Mama: Die schaut voll angfressen!

Vic: Mama, die ist tot!

Mama: Na und? Deshalb is sie ja nicht sauer!

Sabs: Doch. Deshalb darf sie sauer sein!

Mama: Na gut, hast rrecht

 

Nur dass dieses Mal alle Vorschlägen allen gefielen! Ich hätte jedes nehmen können!

Mein Favorit ist es dann geworden. So sieht das Cover aus:

Cover: Überbrücken

Cover: Überbrücken

Wer mehr von Evas großartigen Ideen sehen will, hier reinklicken: http://www.outlinegrafik.at/

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 29. Januar 2011 von in Überbrücken (Roman) und getaggt mit , , , .
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