Weißes Blatt

Neue Texte von Patricia Radda

Ärzte.


Sie schlägt die Augen auf. Schmerzen. Brennen, brennen. Sie schließt die Augen wieder, versucht die trockenen Augenlider zu befreien. Sie atmet tief und versucht den Schmerz zu vergessen. Traum, hatte sie einen Traum? Ablenken. Bitte. Wie ist das Wetter? Wie spät ist es? Fragen, zu denen man Augen braucht. Keine Augen. Sie hört die Pferde wiehern. Laut und schrill. Die Pferde kämpfen. Sie sieht sie vor sich genau wie zuvor im Traum. Die Pferde kämpfen gegen Menschen. Die Menschen gewinnen. Die Pferde werden kleiner und schrumpfen ein. Die Pferde brennen. Loderndes Feuer, dass in den Augen sticht. Die Pferde wiehern wieder. Woher kommt das Geräusch. Es kommt von ihr selbst. Sie ist ein Pferd. Sie brennt. Sie beginnt zu galoppieren. Sie mag galoppieren. Wind kühlt ihre Augen. Sie galoppiert über Wiesen und Felder. Da kommt sie zu einem Bach. Sie watet durch und lässt ihren Kopf in das kalte Wasser fallen. Sie ist wieder ein Mensch. Die Augen brennen. Sie ist wach. Sie steht auf.

„Wahrscheinlich nur eine Störung des Tränenfilms. Ich werde Ihnen ein Tränenersatzmittel verschreiben.“

„Die verdammten Tropfen nehme ich seit drei Jahren.“

„Oh.“

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 3. Mai 2011 von in Kurzgeschichten und getaggt mit , , .
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