Weißes Blatt

Neue Texte von Patricia Radda

30 Seconds To Mars in Innsbruck (Olympiahalle, 12.6.11)


Die langsame und qualvolle Fahrt von Klagenfurt nach Innsbruck will ich euch nicht weiter schildern. Nur so viel: Regen, enge Bundesstraßen, bergauf mit vollbesetztem, leistungsschwachem PKW. In Innsbruck schien die Sonne. Die Fahrt dauerte um die sieben Stunden! Als wir ankamen, waren meine Schwester und ich erschöpft und müde und sehr erstaunt. Vor der Olympiahalle saßen nämlich schon Leute herum. Und gar nicht mal so wenige.

Unser erster Gedanke: Gott, wie verrückt! Unser zweiter Gedanke: Setzen wir uns dazu! Während Sabrina und ich im Halbschlaf durch Babybaumschatten einen Sonnenbrand vermeiden wollten, erkundeten die anderen beiden die Gegend.

Nach einiger Zeit verschwanden sie durch eine Tür, was natürlich einige Unsicherheit bei uns draußen schlafenden auslöste, besonders, als sie nicht mehr zurückkamen. Nicht im mmindesten ausgeschlafen, aber schon ein bisschen aufgeregt, drängten wir uns also auch durch die Tür und wurden von Polizisten in Schach gehalten. Dabei waren wir eh so brav.

Dafür standen wir ziemlich weit vorne, als wir endlich hinein durften. Als „Vorband“ war ein hüpfender DJ, der mein Kopfweh verschlimmerte. Unglaublich wie sich die Zeit in die Länge ziehen kann, wenn man mit schlechter Musik (also known as Krach) gequält wird.

Noch kurz zur Show. Ich genieße es natürlich, von 2-Meter-Riesen zertrampelt, von kleinen Mädchen zerquetscht und zur Taubheit gequietscht zu werden. Wirklich. Aber ich sage euch was: Die Burschen lassen nach. Jahrelanges ständiges Touren ist halt doch etwas anstrengend und gesundheitsschädigend. Und das merkt man als Zuschauer. So sehr ich sie auch liebe, und so sehr ich es liebe, sie live zu sehen: Macht eine Pause!

Es ist noch immer eine wirklich gute Show und die Stimmung war auch Wahnsinn, nämlich durchgehend. Ich habe lieber mehr akustisch, lieber mehr persönlich, lieber mehr … kleiner. Na ja. Ein anderes Mal vielleicht.

Was ich immer vergesse: Die Hitze. Der Schweiß klebt, das Gewand klebt, Papierschnitzel kleben überall an der Haut und es wird erst besser, wenn man dann im Freien steht.

Vielen Dank an den Riesen, der vor mir gestanden hat. Nachdem er mir mit seinem Arm die Kehle eingedrückt hatte, konnte ich nach ein paar Sekunden wieder normal atmen und nach einer halben Stunde wieder reden. Kein Problem; schon verziehen.

 

Die Rückfahrt über die Autobahn hat übrigens nur fünf Stunden gedauert – genau gar kein Verkehr. Obwohl wir danach wirklich ausgepowert waren, habe ich mir nie gedacht: Bleiben wir stehen und schlafen erstmal. Wie gesagt, um vier Uhr morgens waren wir wieder zu Hause. Trotzdem: Ziemlich viel Autofahren für zwei Stunden Glück. Was macht man nicht alles …?

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 2. Juli 2011 von in Theater, Konzert und getaggt mit , , .
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