Weißes Blatt

Neue Texte von Patricia Radda

Justizpalastbrand in 200 Wörtern


Justizpalastbrand

Am 14. Juli 1927 wurde das Urteil im Schattendorf-Prozess bekannt gegeben. Schon vor dem Landesgericht bildeten sich zwei Gruppen und es wäre beinahe zu Zusammenstößen gekommen[i].

Am 30. Jänner des Jahres waren zwei Menschen, ein Kind und ein Kriegsinvalide, von Mitgliedern der Frontkämpfer-Vereinigung Deutsch-Österreichs erschossen worden. Der Freispruch aller drei Täter löste am darauffolgenden Tag, dem 15. Juli 1927,  in Wien Demonstrationen aus[ii].

Zuerst versuchten Demonstranten das Universitätshauptgebäude zu stürmen, jedoch wurde die anwachsende Menge von der berittenen Polizei gegen den Justizpalast abgedrängt[iii].

Einigen Demonstranten gelang es, in das Gebäude einzusteigen. Sie zerstörten Möbel und Akten. Sozialdemokratische Politiker wie Karl Seitz, Theodor Körner oder Julius Deutsch versuchten die Menge zu beruhigen, jedoch erfolglos.

Akten wurden in Brand gesteckt und die Feuerwehr am Löschen gehindert, sodass sich das Feuer im ganzen Gebäude ausbreiten konnte. Polizeipräsident Johann Schober rüstete die Polizei mit Waffen aus und kündigte an, den Platz gewaltsam räumen zu lassen, wenn die Feuerwehr weiterhin behindert werde[iv].

Die ersten Schüsse wurden in die Luft abgefeuert, dann wahllos in die Menge. Es wurden 89 Demonstranten und fünf Polizisten getötet.

Der Brand im Justizpalast konnte noch in der Nacht gelöscht werden. Die politische Lage spitzte sich zu. Die Heimwehr-Bewegung wuchs an[v]. Ein erster Schritt zum Bürgerkrieg war getan.


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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 29. Juli 2012 von in Geschichte und getaggt mit , , , , , , , , .
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