Weißes Blatt

Neue Texte von Patricia Radda

Zwischenkriegszeit in 280 Wörtern


Aus großen Monarchien waren kleine Staaten entstanden, deren wirtschaftliche Basis oft verloren gegangen war. Drei Verlierer waren das Osmanische Reich, Österreich-Ungarn und Deutschland gewesen. Alle verloren auch die Monarchie. Die Bevölkerung war geschockt darüber, und der Glaube, dass Österreich alleine nicht überlebensfähig war, herrschte bei allen Politikern. Alle wollten einen Anschluss an Deutschland. Die Nachfolgestaaten Österreich-Ungarns waren auf die neue Freiheit kaum vorbereitet, deshalb gab es bis 1930 in diesen Ländern keine richtigen demokratischen Regierungen. In Russland kam nach Lenin Stalin an die Macht, es gab Millionen von Opfern bei internen Säuberungswellen. In Österreich gab es Auseinandersetzungen wegen der Grenzen. Vorarlberg wollte zum Beispiel zur Schweiz, über Teile von Tirol und Kärnten wurde per Volksabstimmung entschieden. Es kam zu einem wirtschaftlichen Aufstieg (bis 1929). 1918-20 hatte eine große Koalition regiert, bis 1934 schufen die Sozialdemokraten ein „Rotes Wien“. Beide großen politischen Gegner bildeten paramilitärische Einheiten heraus: Die Heimwehr (Christlichsozial nahe) und den Republikanischen Schutzbund (sozialdemokratisch nahe). In Schattendorf schossen rechtsstehende Frontkämpfer auf Unbewaffnete. Da die Mörder freigesprochen wurden, kam es zu einer Großdemonstration vor dem Justizpalast, die mit Gewalt aufgelöst wurde.

1933 nutzte Dollfuß den Rücktritt der „Parlamentspräsidenten“ um die Selbstausschaltung des Parlaments zu verkünden.

Österreich war somit ein autoritärer Ständestaat geworden. Die KPÖ und die NSDAP wurden verboten, dann auch die Sozialdemokraten. Im Juli 1934 kam es zu einem Putschversuch der Nationalsozialisten, bei dem Dollfuß starb. Schuschnigg übernahm das Amt des Bundeskanzlers. Nicht überall endete die Zwischenkriegszeit zur gleichen Zeit. Allgemein gilt der Einmarsch in Polen und damit der Beginn des Zweiten Weltkriegs als Ende der Zwischenkriegszeit.

In Österreich wird oft erst der Anschluss an Deutschland als Ende der Zwischenkriegszeit betrachtet. In Irland und Spanien gab es Bürgerkriege, die wieder für andere Daten sorgen.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 14. August 2012 von in Geschichte und getaggt mit , , , .
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