Weißes Blatt

Neue Texte von Patricia Radda

Graz: Das reibungslos funktionierende System


„Auch im Sommersemester das beste Ticket“ * – falls dus kriegst

Großartig finde ich, dass in Graz das Semesterticket für Bus und Straßenbahn nicht mit der Familienbeihilfe zusammenhängt. Man muss einfach nur unter 26 sein. Denn hat man das Alter von 26 Jahren erreicht, bekommt man magischerweise einfach einen hochbezahlten Job und kann ohne Familien- und/oder Studienbeihilfe besser leben als vorher.

Oh, ich komme vom Thema ab. Wie denn das?

Wenn man in Graz wohnt, braucht man logischerweise nur eine Zone. Dazu gibt’s von der Stadt Graz den Mobilitätsscheck (www.graz.at). Bis jetzt waren das immer fünfzig Euro pro Semester. Natürlich spart Mr Forbid-it Bürgermeister Siegfried Nagl zuerst bei den öffentlichen Verkehrsmitteln. Was einleuchtend ist, weil man innerhalb von Graz mit dem Bus generell zwanzig Minuten schneller ist als mit dem Auto. Wer braucht schon Pünktlichkeit?

Jetzt wurde das Geld gekürzt und gestaffelt. Für die 6-Monats-Karte bekommt man 40 Euro Nachlass, für 5 Monate 35 Euro und für 4 Monate 30 Euro, was vielleicht noch als fair durchgehen könnte, da man ja auch mehr zahlt. Andererseits wieder: Warum diese Scheißerei mit den fünf Euro Unterschied?

Auf jeden Fall ist es verdammt teuer, in Wien kostet die Karte für alle 75 Euro für fünf Monate. Die Grazer 5-Monats-Karte kostet 88 Euro ( da sind die 35€ schon abgezogen) und ich behaupte jetzt einfach Mal, dass Wien mehr öffentliche Verkehrsmittel stellen muss (aber das ist jetzt nur geraten) und mit U-Bahn, Straßenbahn und Bussen einen zwar noch zu verbessernden, aber doch guten Beitrag zur Mobilität leistet.

Gut, das wäre mal die Einführung in das Thema. Das eigentliche Problem ist, dass es in Graz nicht möglich ist, das Ticket online zu kaufen (in Wien geht das mittlerweile, ob und wie gut es funktioniert weiß ich nicht, aber da sogar die ÖBB das hinbekommen haben, kann es ja nicht so schlimm sein).

Jetzt druckt man also Leistungsbestätigung, Inskriptionsbestätigung und Mobilitätsscheck zu Hause aus und fährt um zwei Euro (!) zum Jakominiplatz. Das Center dort hat von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Man sollte doch annehmen, dass man nach einem Tag in der Bibliothek um 16:10 Uhr dort auftauchen könnte und dann die Türen offen vorfindet. Aber nein, da steht ein Mann davor. Es sind zu viele Leute da, das dauert zu lange, morgen wieder kommen. Echt jetzt?

Haben die nicht bedacht, dass am Anfang des Semesters vielleicht ein paar Studierende kommen, um sich ein neues Ticket zu kaufen? Im September, wenn noch die Schüler dazu kommen, funktioniert’s doch auch, da werden zusätzliche „Schalter“ eingerichtet und es geht relativ schnell.

Wenn ich schon extra dorthin fahren muss, dann will ich doch auch zufrieden gestellt werden. Dass als zahlende Kundin wie Dreck behandelt wird, ist auch nur möglich, weil die Verbundlinien das Monopol haben. Wenn die Konkurrenz hätten, würden sie sofort eingehen.

 

Naja, danke fürs zuhören, vielleicht habe ich am Freitag mehr Glück, da ist mein unifreier Tag und ich kann früh hinkommen und ewig warten!

 

*Werbespruch auf der Homepage: www.verbundlinie.at

Alle Infos zum Nachlesen auf http://www.verbundlinie.at/tarif/studienkarte.php

Und http://www.wienerlinien.at/eportal/ep/channelView.do/pageTypeId/9083/channelId/-43875

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 5. März 2013 von in Unsinn und getaggt mit , , , , , , , , .
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