Weißes Blatt

Neue Texte von Patricia Radda

Brief


Sehr geehrter Politiker meiner favorisierten Partei. Sehr geehrte Politikerin meiner favorisierten Partei.

 

Ich hasse Sie. Ich hasse, dass Sie nichts ändern. Sie gehören doch offensichtlich dieser einen Gruppe im Land an, die tatsächlich etwas verändern kann. TuanS amal!

Sie werden vermutlich bemerkt haben, dass es nicht einfach ist, es Wählern, Wählerinnen und potenziellen Wählern und Wählerinnen immer recht zu machen.

Also können Sie bitte einfach ihren Arsch hochkriegen und alles umorganisieren?

Sie sollen ja nichts Großes vollbringen, nein, sie sollen nur die Leute verändern. Manipulieren sozusagen. Denn ich muss schon sagen: Sie und die ganzen restlichen Mitmenschen meiner Person sind Idioten.

Ich bin sehr stark für eine pränatale Entfernung des Jammergens.

Menschen jammern andauernd. Zuerst ist zu lange Winter, dann ist zu heißer Sommer. Manchen Leuten scheint außerdem unangenehm aufzufallen, dass es nass ist, wenn es regnet.

Meine Mitmenschen sind sehr für Veränderung. Sie wollen alles ändern, außer die Dinge, die sie höchstpersönlich betreffen.

Das führt mich direkt zurück zu Ihnen. Sie wollen sparen. Darf ich eine rhetorische Frage stellen: Warum zum Teufel beginnen immer alle an den öffentlichen Verkehrsmitteln zu sparen? Ich wäre ja sehr dafür, dass Sie zuerst bei sich selbst zu sparen beginnen, und kein fixes Gehalt erhalten, sondern einen Bonus, der nur ausgezahlt wird, wenn sie tatsächlich sichtbare Ergebnisse vorweisen (in etwa wie bei einer Studienbeihilfe). Falls Sie das nicht durchsetzen können, denn natürlich sind sie der/die einzige Schlaue in der Regierung, bin ich dafür dass Sie auf 95% ihres Gehaltes verzichten und mit gutem Beispiel vorangehen, dass man mit wenig Geld überleben kann. Das wiederum würde Ihnen so viele Wählerstimmen einbringen, dass Sie gänzlich auf die lächerlichen, hässlichen Plakate verzichten könnten, die Autofahrern und Fußgängern die Sicht auf nicht unwesentliche andere Straßenteilnehmer versperren.

Wenn andere Politiker allerdings ihrem Beispiel folgen, müsste man sich wieder etwas Neues für die Werbung ausdenken. Wenn es soweit ist, dürfen Sie mich gerne um Ideen antelefonieren.

Zusätzlich zum Verzicht Ihrer Gehälter könnte man eine Beschränkung der Gehälter für Anwälte, Manager und Berater sowie Bestechungsgelder festlegen. Ich weiße darauf hin, dass Sie mich für die hier vorliegenden Vorschläge ja auch nicht bezahlen.

Das übriggebliebene Geld könnte man folgendermaßen investieren: Ausbildung der Lehrer, Bezahlung der Gehälter für Kindergärtner und Lehrer, Anhebung der diversen Beihilfen, Pflegegelder, Pensionen, Stipendien; Senkung der Ticketpreise für öffentliche Verkehrsmittel usw. usw.

Da ich bei den jetzigen Politikergehältern davon ausgehe, dass noch sehr viel Geld im Topf bleibt, möchte ich Ihnen noch etwas sehr Unkonventionelles vorschlagen. Mit dem Restgeld sollten Sie Hirn kaufen und an diverse Rassisten, Aufhetzer und Intelligenzverweigerer verteilen. Das bringt die Wirtschaft in Schwung!

Da ich nicht annehme, dass Sie vorliegendes Dokument ernst nehmen, beachten oder nur bis zum Ende durchlesen, möchte ich ein altes Motto neu erfinden:

Sollen Andere Der Zukunft Entgegen Gehen, Du, Felix Austria, Entwickle Dich Zurück.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 11. Juli 2013 von in Die Trisha schreibt und getaggt mit , , .
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