Weißes Blatt

Neue Texte von Patricia Radda

Poetry Slam


Unglaublich, dass ich jahrelang fast monatlich im Poetry-Slam-Publikum sitze und noch nie darüber geschrieben habe. Muss sich ändern. Jetzt.

Für alle, die nicht wissen, wovon ich rede:
Die Regeln sind klar: Poeten haben eine Bühne, ein Mikrofon, einen selbstgeschriebenen Text und fünf Minuten Zeit, diesen vorzutragen. Das Publikum klatscht und schreit – oder eben nicht, wenn der Text zu schlecht war. Zusätzlich gibt es bei manchen Salms auch noch Jurytafeln. Die werden vor der Show im Publikum verteilt und dann wird mit Zahlen gewertet. Dann gibt es Sieg nach Punkten- die drei oder vier besten kommen ins Finale. Gewinner*innen erhalten entweder einen Teil des Eintrittspreises, Gutscheine, Essen, eine Flasche wasauchimmer oder was die Veranstalter halt sonst noch so auftreiben konnten.

Für alle anderen:
Poetry Slam lässt mich als Wortmenschen immer wieder sprachlos zurück. Etwa für eine halbe Stunde kann ich gar nichts reden und dann stürzen Worte auf mich ein. Inspiration nennt man sowas glaube ich. Viele Leute gehen raus und reden darüber, wie viele Texte gut oder schlecht waren, ich sage manchmal „mhm“ oder „hm-m“, das war es dann. Ich mach das nicht, ich kann das nicht, denn wenn ich einen Text nicht mag, dann wird der vom Gedächtnis ignoriert. Zu viele Worte drängen sich in meinem Kopf. Habe ich die letzten Jahre kaum „Gedichte“ geschrieben, reimts unter meinen Haaren gerade ziemlich. Egal, was ich schreibe, es drängt sich in einen Sprechrhythmus, der für die Bühne vermutlich nicht schlecht wäre. Jahrelang schaue ich bei Poetry Slams zu und traue mich nicht auf die Bühne. Mein Feiglingsdasein wird sich vermutlich noch einige Zeit hinziehen, aber meine Texte werden auf Papier oder Bildschirm veröffentlicht. Da hat der Slam-Style nun wirklich nichts zu suchen, verdammt. Man nehme nur einmal die Bücher her, die einige Slammer veröffentlicht haben. Da liest man und denkt sich: Hey, eigentlich will ich das gar nicht lesen. ich will das hören und sehen und vorgelesen und performt bekommen. Das ist eher ungut, wenn es einem bei meinen Texten so geht, denn mein mut reicht gerade mal für eine Lesung alle heiligen Zeiten. Während ich mit mir selber kämpfe soll das niemanden davon abhalten, zu Poetry Slams zu gehen und sie zu genießen und zu lachen und zu schreien und zu jubeln und zu klatschen. Und es soll euch natürlich auch nicht davon abhalten, meine Texte zu lesen, obwohl ihr sie – altmodischerweise – noch immer selber lesen müsst.

Poetry Slams gibts übrigens in so ziemlich jeder Stadt, müsst ihr für eure Stadt eben selber suchen. Ich schau meistens dort (wenn auch nur im Publikum):
https://www.facebook.com/SteiermarkPLuS?fref=ts

Für mich zur Zeit (und es ändert sich normalerweise ständig) einer der tollsten Texte ist dieser hier, aber auch für YouTube gilt: einfach suchen.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 31. März 2015 von in Die Trisha interessiert sich für und getaggt mit , , , , .
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