Weißes Blatt

Neue Texte von Patricia Radda

Mein unechtes erstes Mal.


Jetzt ist das natürlich nicht mein erstes Mal. Nicht so ganz. Es war schon ein paar Mal. Aber es ist das erste Mal so freihändig. Gut, ganz freihändig wars auch nicht. Das hab ich mich noch nicht getraut. Aber es hätte glaube ich auch freihändig funktioniert.

Also wie wars im Detail:

Ich stand auf einer Bühne vor einem Mikrofon und habe meinen Text gemacht. Auswendig.

War aufregend. Nicht so aufregend wie mein echtes erstes Mal, aber fast.

Noch dazu kommt, dass ich die „12“ gezogen habe, also die letzte Startnummer. Alle waren vor mir dran und da muss man lange warten. Ewig. Und dann kommt man endlich dran und geht auf die Bühne und kann kaum atmen (wie immer) und ist geblendet von den Scheinwerfern (auch wie immer) und man hält einen Zettel in der Hand (eh wie immer), aber man schaut nicht drauf und dann blinzelt man doch mal hin und ist froh, dass man den Zettel hat, obwohl man eigentlich weiß, dass man den Text sowieso auswendig kann. Und dann ist es eh schon wieder vorbei, weil fünf Minuten sind so undankbar kurz und dann geht man wieder von der Bühne. Und man ist froh, dass man sich wieder getraut hat. Und alle anderen sitzen im Backstageraum und sind halbbetrunken und reden über alles andere nur nicht über Poetry und dann kommt Mieze und sagt, dass hat als auswendig gegolten und dann ist man stolz und froh, dass man es doch gemacht hat (weil eigentlich hätte man ja auch einen lustigen Text vom Zettel ablesen können). Und dann setzt man sich hin und trinkt Wasser und versucht, sich wieder zu beruhigen und Simon und Mario erzählen blöde Geschichten und dann hört man denen zu und vergisst, seine eigene Wertung anzuhören. Und dann ist Pause und man rennt zu seinen Schwestern und die sagen, dass es gut war und dass eine Sieben ausgebuht wurde und die Zehner bejubelt und sie schenken einem ein Fizzers, das sie sich höchst unverdient an den Kopf werfen haben lassen und aus Trotz behalten haben und jetzt mit dir teilen. Und alles ist gut und man kann das Finale genießen. So war mein Fake-Erstes-Mal.

Schaut euch doch mal den Mann an, der sogar von mir  😉 halbwegs anschaubare Fotos machen kann: Daniel Bruckner https://www.facebook.com/contraluxklagenfurt

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Ein Kommentar zu “Mein unechtes erstes Mal.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 3. Oktober 2015 von in Die Trisha schreibt und getaggt mit , , , .
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