Weißes Blatt

Neue Texte von Patricia Radda

Kulla-Gulla [Buch-Serie von Martha Sandwall-Bergström]


Es gibt bei uns nicht viele Bücher, die von Generation zu Generation weitergegeben werden – und geliebt werden. Die Gullabücher hat meine Großmutter als Kind gelesen, dann meine Mutter und dann ich. Es wurden mir einige Steine in den Weg gelegt: Das erste Buch war zwar alt und verfärbt und schimmlig, aber vollständig. Dem zweiten fehlten die ersten paar Kapitel. Vom Geruch möchte ich gar nicht sprechen. Gott sei Dank hatten die Bücher auch den Weg in die Sammlung einer Freundin gefunden und ich konnte eine neuere Ausgabe der anderen Bücher genießen. Aber ich mag es nicht, Bücher auszuborgen. Denn irgendwann muss man sie ja auch wieder zurückgeben. Ein trauriger Tag. Jahre später, ich war schon erwachsen, habe ich sie beim Bücherflohmarkt im Pfarrheim wiedergefunden. Alle sechs Teile (um insgesamt 2,50€ muss man noch hinzufügen)!

Glücklich machte ich mich ans Lesen und verstand die Geschichte jetzt viel besser als damals als Kind. Ich weiß leider nicht mehr, was mich damals so daran fasziniert hat, aber dass ich Worte wie Hausvater und Vater und Gutsherr unterscheiden konnte, glaube ich eher nicht. Und es ist ja so eine traurige Geschichte (natürlich mit Happy End).

Das Waisenmädchen Gulla kommt mit zwölf Jahren zum Häusler Karlberg, um auf seine Kinder zu schauen. Die kleine Keusche heißt Kulla, und deshalb wird Gulla der Name Kulla-Gulla verpasst. Gullas harter Alltag wird genau beschrieben: Kühe melken, Essen machen, Wäsche waschen, Kinder versorgen. Gulla wird als Heilige beschrieben, sie hat ein gutes Herz, meckert nicht, bemüht sich, arbeitet hart und beschützt die Kinder vorm schlagkräftigen Vater. Die Großmutter stirbt, dann muss auch noch die Hausfrau ins Krankenhaus: Das bedeutet noch mehr Arbeit für Gulla. Sie übernimmt auch die Tagewerke der Hausmutter am Herrenhof. Dort wird die alte Haushälterin Frau Modig auf sie aufmerksam. Gulla sieht der verstorbenen Tochter des Gutsherrn sehr ähnlich. Die Nachforschungen ergeben, dass Gulla die Enkelin und Erbin ist. Doch sie hat der Hausmutter ein Versprechen gegeben: Für die Kinder dazusein, bis die Mutter aus dem Krankenhaus kommt. Doch leider überlebt diese die Operation nicht. Gulla ist sich sicher: Nun gilt ihr Versprechen für die Ewigkeit.

Nach einigem Hin und Her beschließt der Gutsherr, die Häuslerkinder bei sich und Gulla wohnen zu lassen. In den folgenden Bänden wird Gulla auf eine Schule geschickt, muss verhindern, dass sie mit einem Tyrann verheiratet wird und verliebt sich schließlich. Und natürlich kommt es nach vielen Abenteuern und nach sehr vielen lebensbedrohlichen Hindernissen schließlich zum Happy End.

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